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Sind Foto-Tresor-Apps sicher? Checkliste mit 7 Punkten

Sind Foto-Tresor-Apps sicher? Manche ja, manche nicht. Die Kategorie reicht von Apps, die deine Dateien sauber verschlüsseln, bis zu Apps, die sie nur in einen Ordner mit Schloss-Symbol verschieben. Im Play Store erkennst du den Unterschied oft nicht.

Stelle die Frage also für die App, die du gerade vor dir hast. Hier sind sieben Prüfpunkte, mit Tests, die du in wenigen Minuten selbst durchführen kannst.

1. Versteckt die App die Dateien oder verschlüsselt sie?

Verstecken heißt: Die Dateien liegen weiterhin lesbar auf dem Gerät, die App zeigt sie nur nicht an. Verschlüsseln heißt: Die Dateien sind verschlüsselt und ohne Schlüssel nutzlos.

Der Test: Verbinde das Handy per USB-Kabel mit einem Computer und entsperre es. Durchsuche den Speicher des Handys. Suche nach einem Ordner, den die App angelegt hat, oft mit einem schlichten oder merkwürdig geschriebenen Namen. Öffne eine Datei daraus auf dem Computer. Lässt sich ein Foto öffnen, versteckt die App nur. Findest du nichts, beweist das ebenfalls nichts. Mach dann mit den nächsten Prüfpunkten weiter.

Android hat einen eingebauten Ort, an dem Apps private Dateien ablegen können. Laut der Android-Dokumentation zum Speicher können andere Apps auf Dateien im app-spezifischen Speicher nicht zugreifen, auf geteilte Medien und Dokumente dagegen schon. Das schützt vor anderen Apps, aber nicht vor einer Person, die dein entsperrtes Handy in der Hand hält. Zum Thema Verstecken siehe Fotos auf Android verstecken.

2. Woher kommt der Schlüssel?

Verschlüsselung ist nur so gut wie ihr Schlüssel. Frag, woher er stammt. Gute Antwort: Er entsteht auf deinem Handy aus etwas, das nur du weißt, etwa einem Muster oder einer Passphrase. Schlechte Antwort: Die App sagt es nicht.

Android verschlüsselt den Speicher deines Handys ohnehin, und die dateibasierte Verschlüsselung von Android bindet ihre Schlüssel an deine Bildschirmsperre. Das schützt ein gesperrtes Handy. Ist es entsperrt, kommt jeder in den Tresor, der die App öffnet, sofern die App nicht einen eigenen Schlüssel hat.

3. Was passiert, wenn du die PIN vergisst?

Das ist der beste Einzeltest. Suche die Option „Passwort vergessen“.

Kann die App deine PIN per E-Mail zurücksetzen, kommt die App oder jeder, der deine E-Mail kontrolliert, hinein. Ein Reset-Link bedeutet: Die App kann auch ohne dein Geheimnis entsperren.

Gibt es keinen Reset, brauchst du einen Plan für den Fall des Vergessens. Eine aufgeschriebene Wiederherstellungsphrase ist einer. Erwarte eine klare Aussage: Bei echter Verschlüsselung bedeutet ein verlorener Schlüssel verlorene Dateien.

4. Braucht die App ein Konto oder die Cloud?

Ein Konto verknüpft deine Fotos mit einer Identität und einem Server. Frag, wofür es gebraucht wird und wer die Schlüssel einer Cloud-Kopie hält. Ein Tresor, der ohne Konto funktioniert, hat weniger, was auslaufen kann.

5. Berechtigungen, Werbung und Tracker

Öffne die Play-Store-Seite der App und scrolle zu Datensicherheit. Entwickler geben dort an, welche Daten sie erheben, was sie an Dritte weitergeben und wie sie die Sicherheit handhaben. Laut der Hilfeseite von Google beruht der Bereich auf Angaben der Entwickler. Dass Google diese Angaben überprüft, steht dort nicht. Nimm sie also als Versprechen, nicht als Beweis.

Lies den Abschnitt trotzdem und danach die Datenschutzerklärung. Sie sollte klar sagen, was dein Handy verlässt. Auch eine vage Erklärung ist eine Antwort. Werbung in einer Tresor-App ist ein Warnzeichen: Werbecode ist Code von Dritten, der neben deinen privaten Dateien läuft.

6. Was passiert bei der Deinstallation?

Bei einem verschlüsselten Tresor lautet die übliche Antwort: Die Deinstallation löscht ihn. Android sagt, dass Dateien im app-spezifischen Speicher bei der Deinstallation der App entfernt werden. Das ist gut für die Privatsphäre und eine Falle fürs Gedächtnis: Wer neu installiert, hat seine Fotos nicht mehr.

Warnt die App dich rechtzeitig? Bietet sie ein Backup an, das du außerhalb des Handys speichern können? Ein Backup, das nur im eigenen Ordner der App liegt, verschwindet mit der Deinstallation.

7. Der Kompromiss beim Taschenrechner-Tresor

Ein Taschenrechner-Tresor sieht aus wie ein Taschenrechner und öffnet den echten Tresor, wenn du einen Code eingibst. Er beantwortet eine Frage: Wie sieht der Startbildschirm für jemanden aus, der nur kurz hinschaut? Das hat einen Wert.

Was unter der Tarnung liegt, ändert er nicht. Ein Taschenrechner-Symbol über unverschlüsselten Dateien sind weiterhin unverschlüsselte Dateien, und die fallen bei Test eins durch. Auch bei Prüfpunkt drei hilft eine Tarnung nicht. Hast du das Passwort eines Taschenrechner-Tresors vergessen, hängt die Wiederherstellung davon ab, was die App eingerichtet hat. Ist es ein Reset per E-Mail, siehe Prüfpunkt drei.

Stelle einer getarnten App dieselben sieben Fragen. Sieh die Tarnung als Bonus, nie als Sicherheit.

So beantwortet VaultIt die Checkliste

Kurz gesagt: VaultIt verschlüsselt, statt zu verstecken. Dateien werden auf dem Handy mit AES-256-GCM verschlüsselt, der Schlüssel wird mit deinem Muster (verstärkt mit Argon2id) oder deiner Wiederherstellungsphrase aus 12 Wörtern freigeschaltet. Es gibt kein Konto und keine Werbung. Einen Reset per E-Mail gibt es nicht, deshalb kann niemand, auch nicht der Entwickler, dein Muster zurücksetzen. Wer die App deinstalliert oder ihre Daten löscht, löscht den Tresor. Bewahre deshalb eine verschlüsselte Backup-Datei außerhalb des Handys auf. Fotos und Schlüssel verlassen das Handy nie, die App sendet aber ein paar anonyme Nutzungsereignisse, die in der Datenschutzerklärung aufgelistet sind. Details stehen im Abschnitt Sicherheit.

Wo andere Verstecktechniken Dateien hinterlassen, lies unter Wo sind versteckte Fotos auf Android?.

Quellen

Kurze Antworten

Sind Foto-Tresor-Apps sicher vor Hackern? Apps, die Dateien mit einem Schlüssel aus deinem Geheimnis verschlüsseln und im privaten App-Speicher ablegen, sind viel schwerer zu knacken als Apps, die nur Ordner verstecken. Prüfe zuerst den PIN-Reset und den Bereich „Datensicherheit“.

Ist es sicher, eine App zum Verstecken von Fotos zu nutzen? Sie ist so sicher wie ihre schlechteste Antwort auf dieser Liste. Eine App, die nur versteckt und nicht verschlüsselt, hält nur beiläufige Blicke ab.

Was tun, wenn ich das Passwort meines Taschenrechner-Tresors vergessen habe? Das hängt von der App ab. Wird per E-Mail zurückgesetzt, kann das auch jeder mit Zugriff auf deine E-Mail. Gibt es keinen Reset, brauchst du deine Wiederherstellungsphrase oder ein Backup.

Behalten Tresor-Apps Fotos nach der Deinstallation? Meist nicht. App-spezifische Dateien werden bei der Deinstallation entfernt, deshalb solltest du ein Backup außerhalb des Handys aufbewahren.